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Auf einen Blick:

Name Weißkopfseeadler
Größe 70 bis 90 cm Körperlänge
Spannweite 180 bis 230 cm
Gewicht ca. 4,1kg (Männchen) bis 5,6 kg (Weibchen)
Alter 20 bis 30 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 40 Jahren in Gefangenschaft
Aussehen weißer Kopf, hellgelber Schnabel, dunkelbraunes Gefieder

Hier finden Sie einen ausführlichen Weißkopfseeadler Steckbrief.

Inhaltsverzeichnis zum Weißkopfseeadler

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In den 1950er Jahren stand der Greifvogel kurz vor seiner Ausrottung, da die Bestände durch den Menschen stark minimiert wurden. Der massive Abschuss von mehreren Hunderttausend Vögeln und der Einsatz von Pestiziden führte dazu, dass in der Mitte des 20. Jahrhunderts von den ursprünglich 300.000 bis 500.000 Vögeln nur noch 412 Brutpaare in den USA lebten. Erst durch die Unterschutzstellung der Vögel konnten sich die Populationen erholen. Heute besiedeln die Raubvögel waldreiche Gebiete an Gewässern, die weitestgehend von menschlichen Eingriffen verschont geblieben sind. Die größte Bedrohung der Greifvögel liegt im Verlust ihrer Lebensräume. Weißkopfseeadler leben in Kolonien zusammen, wobei die Größe der Kolonie vom Nahrungsangebot abhängt.


Weißkopfseeadler gehören zu den Greifvögeln, welche die Ordnung der Accipitriformes darstellen. Greifvögel sind aktive Jäger, die ihre Beute am Tag schlagen. Ihre kräftigen Fänge und der Schnabel dienen als Anpassungen für die Jagd. Die Weißkopfseeadler sind im erwachsenen Stadium eindeutig im Flug erkennbar. Bei jungen Adlern ist das Flugbild für eine sichere Artbestimmung entscheidend. Wie bei allen Greifvögeln sind die Jungvögel der Weißkopfseeadler Nesthocker.

Der Weißkopfseeadler gehört zur Gattung der Seeadler (Haliaeetus). Der wissenschaftliche Name Haliaeetus leucocephalus stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Weißköpfiger Seeadler. Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte durch den schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné. Zur Art der Weißkopfseeadler gehören zwei Unterarten. Eine Unterart ist im südlichen Teil der USA und im Bundesstaat Baja California heimisch, während die nördliche Unterart ihr Verbreitungsgebiet im Norden der USA, in Kanada und in Alaska haben.

Die Art steht in enger Verwandtschaft zum Afrikanischen Fischadler, welcher dem Weisskopfseeadler sehr ähnlich ist, da auch er einen weißen Kopf besitzt. Seine weiße Gefiederfarbe zieht sich im Gegensatz zum Weißkopfseeadler allerdings über die gesamte Brust. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Farbe des Schnabels. Der Afrikanische Fischadler hat einen gelben Schnabel mit einer schwarzen Spitze, ein kastanienbraun gefärbtes Bauchgefieder und schwarz gefärbte Flügeldecken.

Weißkopfseeadler gehören zu den Vögeln, die einen Geschlechtsdimorphismus entwickeln. Dieser äußert sich darin, dass sich ausgewachsenen Männchen und Weibchen in ihrer Größe und im Gewicht unterschieden. Wie bei vielen Greifvögeln sind die Weibchen größer als die Männchen, was zu einem höheren Gewicht führt. Das Gewicht der Weibchen liegt bei 5,6 Kilogramm, während die Männchen etwa 4,1 Kilogramm schwer sind. Weißkopfseeadler haben eine Flügelspannweite zwischen 180 und 230 Zentimeter, ihre Körperlänge reicht von 70 bis 102 Zentimeter. Größe und Gewicht variieren je nach Habitat, in dem die Vögel vorkommen. Die Körpergröße und damit das Gewicht steigt mit zunehmender Distanz ihrer Lebensräume zum Äquator.

Das Gefieder beider Geschlechter ist gleich gefärbt. In diesem Merkmal ist der Geschlechtsdimorphismus nicht ausgeprägt. Typisch für die ausgewachsenen Tiere ist das weiße Gefieder an Kopf und Hals. Auch die Schwanzfedern sind weiß, Flügel, Bauch und Rücken sind dagegen gleichmäßig dunkelbraun gefärbt. Junge Weißkopfseeadler tragen ein braunes Gefieder ohne eine Weißfärbung, wodurch die Jungvögel in den felsigen oder bewaldeten Umgebungen kauf auffallen. Ihr Gefieder ähnelt dem Federkleid des in Deutschland heimischen Seeadlers und dem in Nordamerika vorkommenden Steinadler. Im Alter von vier bis fünf Jahren entwickelt sich die typisch braun-weiße Gefiederfärbung.

Der Schwanz der adulten Vögel ist leicht keilförmig entwickelt, im Vergleich zu anderen Greifvögeln ist er nur mäßig lang. Die Krallen und Beine sowie der Schnabel ist hellgelb gefärbt. Die Jungvögel haben einen dunkel gefärbten Schnabel, der sich mit zunehmendem Alter aufhellt.

Weißkopfseeadler besitzen federfreie Läufe. Ihre Zehen sind kurz und kräftig entwickelt, die langen Krallen sind dolchförmig gekrümmt und dienen dazu, die Beute festhalten zu können. Die Kralle der Hinterzehe durchbohrt die lebensnotwendigen Bereiche der Beute. Der Schnabel hat scharfe Schneidekanten und eine hakenförmige gebogene Spitze, die zum Abreißen von Nahrung dient. Die Schnabelbasis ist von einer gelben Nasenwachshaut bedeckt.

Der Ruf der erwachsenen Vögel ist ein zirpendes „klek kik ik ik ik“, was stark an die Rufe einer Möwe erinnert. Die Jungvögel klingen härter und schriller als die ausgewachsenen Vögel.


Das Verbreitungsgebiet der Greifvögel erstreckt sich von Alaska und Kanada bis in die USA und in den Norden Mexikos. Die Art ist die einzige aus der Gattung der Seeadler, die in Nordamerika endemisch ist. Als solche Art kommt sie weltweit ausschließlich in diesem Gebiet vor. Die in den nördlichen Teilen lebenden Vögel sind Zugvögel und ziehen im Winter in südlichere Regionen mit besserem Nahrungsangebot. Die südlichen Populationen bestehen aus Standvögeln, die auch im Winter in den Gebieten verbleiben.

Weißkopfseeadler besiedeln Feuchtgebiete jeder Art und kommen in küstennahen Regionen, an Flüssen, Seen und Sümpfen vor. Ausschlaggebend für ihr Vorkommen ist die Verfügbarkeit von Fisch. Die Raubvögel haben eine Präferenz für offene Gewässer, die einen Umfang von mindestens elf Kilometern haben. Seen müssen eine Fläche von mehr als zehn Quadratkilometern haben, damit sich Weißkopfseeadler in diesem Gebiet niederlassen.

Die Greifvögel leben in Nadel- und Laubbaumwäldern, die einen ausgereiften Bestand mit altwüchsigen Bäumen aufweisen. Von großer Bedeutung ist die Höhe der Bäume und dessen Wuchsorte. Bestände mit vielen vergleichsweise großen Bäumen, die in der Nähe zu Gewässern wachsen, werden von den Weißkopfseeadlern bevorzugt als Brutplatz genutzt. Im Durchschnitt liegen die Nistbäume 200 Meter vom Gewässer entfernt. Bäume mit einer Mindesthöhe von 20 Metern und einer lichten Struktur eignen sich ideal für den Nestbau. In sumpfigen Mangrovenwäldern bauen sie ihre Nester in den Bäumen relativ dicht zur Wasseroberfläche. Die Nester können bis zu sechs Meter hoch über dem Boden liegen. In terrestrischen Wäldern liegen die Nester in einer Höhe zwischen 16 und 38 Metern über dem Boden in den Bäumen.

Die auffälligen Greifvögel zählen zu den Fleisch- und Aasfressern, deren Nahrungsspektrum breit gefächert ist. Etwas mehr als die Hälfte ihrer Nahrung besteht aus Fischen. Weißkopfseeadler decken etwa 28 Prozent ihres Speiseplans mit kleineren Vögeln und 14 Prozent mit Säugetieren ab. Sie ernähren sich überwiegend von verschiedenen Lachsarten und Heringen. Die gefangene Beute wird auf dem Boden oder auf Bäumen verzehrt. Die Greifvögel halten ihre Nahrung mit den Krallen fest und rupfen mit dem kräftigen Hakenschnabel große Fleischstücke heraus, die sie dann verschlingen.

Weißkopfseeadler verfügen über einen ausgeprägten Sehsinn, der dem drei- bis vierfachen Sehvermögen des Menschen entspricht. Auf den Gipfeln hoher Bäume sitzend inspizieren die Vögel ihre Umgebung auf der Suche nach einem Beutetier. Sie sind in der Lage, die Bewegungen kleiner Säugetiere aus großer Entfernung wahrzunehmen. Zur Fischjagd fliegen die Greifvögel in großen Runden über offenen Gewässern und erspähen auf diese Weise ihre Beute. Hat er ein Beutetier entdeckt, stürzt er sich in die Tiefe und greift den Fisch mit seinen kräftigen Klauen aus dem Wasser. Ihre Zehen sind dazu mit kleinen nadelförmigen Strukturen versehen, die das Festhalten der Beutetiere ermöglichen.

Die Vögel sind in der Lage, Beutetiere ihres eigenen Gewichts zu transportieren. Bei einer hohen Nahrungsverfügbarkeit verschlingen die Weißkopfseeadler ihr eigenes Körpergewicht an Nahrung. Eine Art Tasche im Hals der Vögel dient der Nahrungsspeicherung, bis der Magen die bereits aufgenommene Nahrung verdaut hat. Bei der Jagd auf Wasservögel versuchen die Greifvögel, ihre Beute zu erschöpfen. Sie fliegen mehrmals ihre Beute an und zwingen diese so zum Abtauchen. Sobald die Wasservögel erschöpft sind, greifen die Weißkopfseeadler zu.

Die Greifvögel machen Jagd auf Beutetiere, die ihnen nicht zur Gefahr werden können und die normalerweise viel kleiner sind, als sie selbst. Aas wird nicht verschmäht und dient als willkommene Nahrungsquelle in Zeiten mit geringem Nahrungsangebot oder im Winter. Besonders junge und unerfahrene Adler sind von den Überresten tierischer Organismen abhängig. Die Jagdmethoden auf lebende Beute müssen die Jungadler erst erlernen. Eine häufig beobachtete Praxis unter den Raubvögeln ist der Kleptoparasitismus. Diese Praxis beschreibt die Gewohnheit, anderen Tieren ihre Beute zu entwenden. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Nahrungsquellen knapp werden, tritt diese Form der Jagd vermehrt auf. Normalerweise gehören Weißkopfseeadler nicht zu den aggressiven Raubvögel, bei Nahrungsmangel entwickeln Weißkopfseeadler allerdings eine Dominanz im Gebiet und vertreiben ihre Nahrungskonkurrenten mit einem aggressiven Verhalten.


Die Geschlechtsreife der Greifvögel beginnt mit dem vierten oder fünften Lebensjahr. Zur Fortpflanzung kehren die Vögel in das Gebiet zurück, in dem sie geschlüpft sind und gelten deshalb als standorttreu. Weißkopfseeadler leben monogam und paaren sich ein gesamtes Leben mit dem gleichen Partner. Ein neuer Partner wird nur dann ausgewählt, wenn der eigene Partner stirbt oder die Brutversuche wiederholt misslingen.

Die Balz der Weißkopfseeadler ist spektakulär. Sie beinhaltet aufwendige Flugvorführungen des Männchens, die durch Rufe ergänzt werden. Während der Balzflüge zeigen die Vögel beeindruckende Figuren. Sie erheben sich in große Höhen, um sich anschließend mit geschlossenen Krallen frei fallen zu lassen. Kurz vor dem Boden stoppen sie den freien Fall und fliegen erneut in die Höhe. Jagdflüge gehören ebenfalls zu den Balzvorführungen der Männchen, um die Weibchen zu beeindrucken. Der nächste Schritt ist das ausgiebige Putzen. Männchen und Weibchen putzen sich gegenseitig das Gefieder, bevor die Paarung beginnt.

Weißkopfseeadler fangen früh im Jahr mit dem Bau des Nestes an. Bereits im Februar startet das Paar damit, ein Nest für die Eiablage vorzubereiten. Die Eier werden Ende Februar abgelegt, zwischen Mitte April und Anfang Mai schlüpfen dann die Jungvögel. Ein Nest wird für bis zu fünf Jahre für mehrere Bruten genutzt, wobei die Vögel ihr Nest jedes Jahr mit zusätzlichem Baumaterial vergrößern. Die Nester der Weißkopfseeadler zählen zu den größten Nestern, die in der Vogelwelt beobachtet wurden. Die Nester erreichen Höhen bis zu vier Meter. Im Laufe der Zeit brechen die Nester unter ihrem hohen Gewicht zusammen oder fallen Stürmen zum Opfer.

Pro Jahr wird ein Gelege produziert, welches aus einem bis drei Eiern besteht. Beim Ausbrüten teilen sich das Männchen und das Weibchen die Arbeit. Das nicht brütende Elternteil sorgt für die Nahrungsbeschaffung. In den ersten fünf Wochen nach dem Schlüpfen der Küken ist ein Elternteil ständig am Nest, in der Zeit danach nimmt die Anwesenheit der Eltern am Nest ab und sie sitzen auf Bäumen in der Nähe des Nestes. Selten erreichen alle drei geschlüpften Küken das Stadium des Flüggewerdens, wobei das älteste Küken von seinem Altersvorteil profitiert. Es genießt einen Entwicklungsvorsprung, während die anderen Küken noch nicht geschlüpft sind. In der weiteren Entwicklung wird seine Stimme kräftiger, wodurch es die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich ziehen kann.

In freier Wildbahn erreichen Weißkopfseeadler ein Alter von 20 Jahren. Der älteste Vogel, der in der Natur gefunden wurde, erreichte ein Alter von 38 Jahren. In Gefangenschaft werden die Vögel älter, ein in New York in Gefangenschaft lebender Weißkopfseeadler wurde 50 Jahre alt.

Die Verfügbarkeit von Beutetieren beeinflusst maßgeblich die durchschnittliche Lebensdauer einer Population, während die Sterblichkeit der erwachsenen Tiere nur in geringem Maße durch Feinde beeinflusst wird. Junge und unerfahrene Adler sind während der Jagd auf Jungvögel durch das aggressive Verhalten der Elternteile gefährdet, ausgewachsene Weißkopfseeadler haben dagegen kaum natürlichen Feinde. Eine Gefahr geht eher von den eigenen Artgenossen aus, wenn die Nahrung knapp wird.

Uhus, Raubmöwen, Rabenvögel oder Waschbären zählen zu den Tieren, die eine Gefahr für Greifvögel darstellen, die größte Bedrohung für den Weißkopfseeadler sind allerdings menschliche Eingriffe in die Natur. Fahrzeuge und Errichtungen zur Energieversorgung stellen ein großes Risiko dar, welches in vielen Fällen zum Tod der Vögel führt. Die Greifvögel reagieren sensibel auf Veränderungen in ihren Lebensräumen, die durch den Menschen verursacht werden. Sie gelten als sogenannte Kulturflüchter und ziehen sich aus Regionen zurück, in denen die menschlichen Eingriffe in die Natur Überhand nehmen.

Der überwiegende Teil der nicht durch den Menschen verursachten Todesfälle betrifft die Nestlinge oder die ungeschlüpften Küken. Nur die Hälfte der Jungvögel überleben das erste Lebensjahr, die Küken fallen anderen Beutegreifern wie Möwen oder konkurrierenden Greifvögeln zum Opfer. Sie sind durch schlechte Wetterbedingungen oder durch Zerstörungen ihrer Nester gefährdet. In Zeiten mit geringer Nahrungsverfügbarkeit werden die jüngeren Küken auch von ihren älteren Geschwistern attackiert und verspeist.

In den 1950er Jahren brachen die Populationen des Weißkopfseeadlers extrem ein. Die Vögel wurden intensiv bejagt, da die Abschüsse mit Prämien vergütet wurden. Der Einsatz von Insektiziden wie DDT in der Landwirtschaft führte dazu, dass das Umweltgift in die Gewässer gelangte. Es wurde von den Fischen aufgenommen, die den Weißkopfseeadlern als Nahrung dienten. Das Gift lagerte sich im Körper der Vögel an und führte dazu, dass die Greifvögel extrem dünnwandige Eier produzierten. Das Gelege wurde meist während der Brut zerdrückt, sodass die Küken keine Überlebenschance hatten.