Falken

Falke

Familie Falconidae

Von Tobias Lehmann · Aktualisiert am

Turmfalke auf einem Ast

Falken sind eine eigene Gruppe unter den Greifvögeln: schnelle, spitzflügelige Jäger mit einem charakteristischen „Falkenzahn” am Schnabel. Vom rüttelnden Turmfalken bis zum pfeilschnellen Wanderfalken sind sie faszinierende Flieger – und einige von ihnen leben mitten unter uns in den Städten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kennzeichen: lange, spitze Flügel, schneller Flügelschlag, „Falkenzahn” am Schnabel.
  • Verwandtschaft: Falken sind keine nahen Verwandten der übrigen Greifvögel, sondern der Papageien und Singvögel.
  • Heimische Arten: Turmfalke, Wanderfalke, Baumfalke, Rotfußfalke (Durchzügler).
  • Lebensraum: offenes Land, Felsen und zunehmend auch Städte.
  • Besonderheit: der Wanderfalke ist das schnellste Tier der Welt.

Falke oder Greifvogel?

Auch wenn Falken wie „typische” Greifvögel jagen, stehen sie stammesgeschichtlich für sich. Im Feld erkennt man sie am Flugbild: lange, sichelförmige Flügel und ein rascher, kraftvoller Flügelschlag statt des breiten Segelns von Bussarden und Adlern. Statt die Beute allein mit den Fängen zu töten, nutzen Falken einen Zahn am Oberschnabel.

Die heimischen Arten

Der Turmfalke ist der häufigste und bekannteste Falke – ein Vogel offener Landschaften und Städte, der durch seinen ausdauernden Rüttelflug auffällt. Der Wanderfalke ist der kraftvolle Vogeljäger, berühmt für seinen atemberaubenden Sturzflug. Der Baumfalke jagt elegant Libellen und Kleinvögel im Flug, oft in der Dämmerung. Dazu kommen seltenere Arten wie der Rotfußfalke als Durchzügler.

Nahrung und Jagd

Die Jagdweisen sind so verschieden wie die Arten. Der Turmfalke rüttelt über Wiesen und stößt auf Mäuse herab. Der Wanderfalke schlägt Vögel im Sturzflug aus der Luft. Der Baumfalke fängt Insekten und Kleinvögel in rasantem Flug. Allen gemeinsam ist die Wendigkeit und Schnelligkeit, die Falken zu herausragenden Fliegern macht.

Falken in der Stadt

Turm- und Wanderfalke haben sich erfolgreich an Städte angepasst. Hohe Gebäude, Kirchtürme und Industrieschornsteine ersetzen die natürlichen Felswände als Brutplatz; Tauben und andere Stadtvögel bieten reichlich Nahrung. Vielerorts helfen Nistkästen an hohen Bauwerken den Falken – und ermöglichen faszinierende Einblicke, etwa per Webcam.

Falken beobachten

Halten Sie in offener Landschaft nach dem rüttelnden Turmfalken Ausschau und in Städten nach Falken an hohen Gebäuden. Achten Sie auf die spitzen Flügel und den schnellen Flügelschlag, der Falken von Bussarden trennt. Mehr zur Bestimmung finden Sie im Überblick Greifvögel in Deutschland; dem schnellsten Vertreter ist ein eigenes Porträt gewidmet: dem Wanderfalken.

FAQ

Häufige Fragen: Falke

Was unterscheidet Falken von anderen Greifvögeln?

Falken haben lange, spitze, sichelförmige Flügel und einen schnellen, kraftvollen Flügelschlag. Anders als Bussarde und Adler töten sie mit einem Zahn am Schnabel (dem „Falkenzahn“). Erstaunlich: Falken sind nicht eng mit den übrigen Greifvögeln verwandt, sondern näher mit Papageien und Singvögeln.

Welche Falken gibt es in Deutschland?

Am häufigsten ist der Turmfalke, gefolgt vom Wanderfalken. Dazu kommen Baumfalke, der seltene Rotfußfalke als Durchzügler und der sehr seltene Würgfalke. Turm- und Wanderfalke sind auch in Städten anzutreffen.

Warum rüttelt der Turmfalke in der Luft?

Der Turmfalke „steht“ rüttelnd an einer Stelle in der Luft, um am Boden nach Mäusen zu spähen. Dieses charakteristische Rütteln macht ihn unverwechselbar – kein anderer heimischer Greifvogel tut das so ausdauernd.

Wie schnell ist ein Falke?

Im Sturzflug ist der Wanderfalke das schnellste Tier der Welt und erreicht über 300 km/h. Andere Falken sind langsamer, aber alle sind ausdauernde, wendige Flieger.